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Echokardiographie: mit Ultraschall ins Herz blicken

Transthorakale Echokardiographie

Der Ultraschall durch die Brust (transthorakal) erlaubt Untersuchungen von Herzmuskel, Herzklappen, Blutgefäßen und Blutfluss. Schonend können so Funktionsstörungen der Herzkammern, Herzklappenfehler und auch Gewebevernarbungen (z.B. nach Herzinfarkt, Herzmuskelentzündung) diagnostiziert werden.

Zu den Kernaufgaben der transthorakalen Echokardiographie gehört die Darstellung und Vermessung von Größe und Funktion der Herzkammern. Besonders wichtig ist die Auswurfleistung des Herzens, die in Form der Ejektionsfraktion (EF)Anteil des ausgeworfenen Blutvolumens am Gesamtblutvolumen in der Herzruhephase (Diastole). Die EF liegt normalerweise über 60%. und des SchlagvolumensSchlagvolumen: Blutvolumen in ml, das pro Herzschlag ausgeworfen wird. Je nach Körpergröße liegen normale Schlagvolumina zwischen 50 und 80ml. angegeben wird. Neben der globalen Funktion können hochauflösende Echo-Geräte auch Wandveränderungen detektieren. Vernarbungen (z.B. nach Herzinfarkt) können ebenso wie Kontraktionsstörungen (z.B. bei Herzmuskelentzündung oder Durchblutungsstörung) dargestellt werden. Grundlage hierfür ist das B-mode Verfahren, bei dem die Textur des Gewebes in Grautönen kodiert dargestellt wird. Aufgrund der technischen Entwicklungen der vergangenen Jahre können heute selbst feinste Veränderungen dargestellt werden. 

Die Echokardiographiediagnostik ist komplex: neben der visuellen Beurteilung des Herzgewebes, der Kontraktion/Wandbewegung und Öffnungs-/Schluss Bewegung der Herzklappen werden eine ganze Reihe unterschiedlicher Darstellung und Messverfahren eingesetzt. Die M-Mode Echokardiographie erlaubt besonders gut Wanddicken-Messungen. Mittels der Farb-Doppler-Echokardiographie kann der Blutstrom im Herzen und in den größeren Blutgefäßen sichtbar gemacht werden. Genauere Messungen der jeweiligen Flussgeschwindigkeit in Gefäß oder Klappe erlauben pw- bzw. cw-Doppler. Bei einer kompletten Routine-Untersuchung kommen diese Untersuchungstechniken zum Einsatz. 

Bei der transthorakalen Echokardiographie können verschiedene Schnittebenen ins Herz gelegt werden, so dass der Untersucher alle Abschnitte des Herzmuskels, die Herzklappen und auch die großen zu-und ab führenden Gefäße durch die Brustwand untersuchen kann. Die nachfolgende Abbildung zeigt, welche Einblicke die unterschiedlichen Schall-Ebenen ermöglichen.

 

Herzultraschall: tiefe Einblicke in die Herz-Anatomie

Wie läuft eine transthorakale Echokardiographie-Untersuchung (TTE) ab?

Die transthorakale Echokardiographie wird üblicherweise bei entkleidetem Oberkörper in Linksseitenlage oder Rückenlage durchgeführt. Durch die Lagerung auf der linken Körperseite kann das teilweise vor dem Herzen liegende Lungengewebe zur Seite gleiten und dadurch die „Sicht“ auf die darunterliegenden Herzstrukturen freigegeben. Luft stört die Untersuchung, das ist auch der Grund, warum eine Herz Ultraschall-Untersuchung nicht sofort nach Einnahme dieser Position beginnen sollte. Der linke Arm sollte möglichst unter dem Kopf positioniert werden. Für bestimmte Fragestellungen muss der Patient gegebenenfalls andere Positionen einnehmen (z.B. Rückenlage, Rechtsseiten-Lage). Zeitgleich zu Herz Ultraschall-Registrierung wird ein EKG-Signal auf das Ultraschallgerät übertragen. Der Untersucher kann nun an verschiedenen Positionen des Brustkorbs die Strukturen des Herzens untersuchen. Hierzu wird ein Ultraschall-Gel auf den Schallkopf und den Brustkorb aufgetragen, um störende Luft zwischen Schallkopf und Haut zu beseitigen. Gegebenenfalls erfolgen bei der Untersuchung Atemkommandos, um die Lunge möglichst vollständig von den Herzstrukturen fernzuhalten. Unter Verwendung der verschiedenen Bildgebung-Modalitäten des Ultraschallgerätes (bewegtes Grauwertbild/B-Bild, Doppler oder Farb-Doppler etc.) werden schon während der Untersuchung exakte Vermessungen der Herzhöhlen, Herzwände und Herzklappen durchgeführt. Gegebenenfalls kann der Untersucher auf einem speziellen PC noch weitergehende Untersuchungen/Vermessungen durchführen. Moderne Ultraschallgeräte übertragen Bilddaten und Messwerte unmittelbar nach der Untersuchung an den Arbeitsplatz des Arztes, so daß zeitnah nach der Untersuchung bereits einen Untersuchungsbefund erstellt werden kann.

Bestehen Risiken bei der Ultraschalluntersuchung?

Für die transthorakale Echokardiographie bestehen beim Erwachsenen praktisch keine Risiken. Die verwendete Ultraschall, Leistung ist so gering, dass bei einer normalen Ultraschall-Untersuchung keine Gewebeschäden oder sonstige Störeinflüsse zu erwarten sind. Bei Schwangeren sollte die Beschallung des Embryos/Feten jedoch so kurz wie nötig gehalten werden (s.a. Risiken bei Stressechokardiographie, transösophageale Echokardiographie)

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