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Herzphysiologie Elektrophysiologie

Herzphysiologie I: Normale Erregungsbildung und Leitung

Sinusknoten ist Schrittmacher des Herzens. AV-Knoten und Tawara-Schenkel leiten die Erregung vom Vorhof in die Kammer. 

Der normale regelmässige Puls geht von unserem natürlichen Schrittmacher aus, dem Sinusknoten (SN). Der SN besteht aus spezialisierten Herzmuskelzellen. Er liegt an der Einmündung der oberen Hohlvene in den rechten Vorhof (s. Abbildung). Der SN ist der Taktgeber des Herzens. Der Sinusknoten erregt zunächst die Herzmuskelzellen der Vorkammern. Diese ziehen sich zusammen (Kontraktion) und pumpen das Blut aus den Vorkammern in die Hauptkammern (Ventrikel). Gleichzeitig leiten Sie die Erregung auf den AV-Knoten.

Die Vorkammern sind sozusagen elektrisch von den Hauptkammern "isoliert". Die Erregung kann im Regelfall nur über den AV-Knoten auf die Kammern weitergeleitet werden. Somit nimmt der AV-Knoten eine regulierende Funktion ein. Er sorgt dafür, dass Vorhof- und Kammerkontraktion koordiniert ablaufen und z.B. zu schnelle Frequenzen bei Rhythmusstörungen in der Vorkammer (z.B. Vorhofflimmern) nicht direkt auf die Kammer übertragen wird. 

Vom AV-Knoten wird die Erregung über das sog. HIS-Bündel in die Tawara-Schenkel weitergeleitet. Alles zusammen bildet das Erregungsleitungssystem des Herzens. Die Tawara-Schenkel sind schneller leitende Muskelfasern, die wie ein Kabel fungieren und über die Endaufzweigungen (Purkinje-Fasern) die Erregung so auf die Herzkammern verteilen, dass eine koordinierte Kontraktion entsteht. Die rechte Kammer hat einen Schenkel, die linke einen vorderen und einen hinteren. 

Das Video (Texterklärungen s. Abb.) zeigt anschaulich den Ablauf der Erregungsbildung und Leitung und die Entstehung der einzelnen EKG-Phasen. 

 

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