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Infarkt medikamentöse Therapie

Therapie der Wahl beim akuten Herzinfarkt ist die Katheter-Therapie (Ballon/Stent). Ziel: Wiedereröffnung des Blutgefäßes

Beim sogenannten ST-Hebungsinfarkt (EKG ist positiv) sollte der Rettungswagen direkt ein Infarkt-Zentrum (Chest Pain Unit) anfahren. Beim Nicht-ST Hebungsinfarkt (nur Labor ist positiv) sollte in 48 Stunden ein Katheter erfolgen.

Medikamente oder Stent - der Nachweis einer Durchblutungsstörung ist wichtig - Info am Osypka Herzzentrum MünchenDie Wiedereröffnung des Kranzgefäßes und Wiederherstellung der Durchblutung (Reperfusion) ist so früh wie möglich anzustreben. So kann verhindert werden, dass ein größerer Schaden am Herzmuskel entsteht (Narbe). "Time is muscle" (Zeit ist Muskel) heißt daher der Leitgedanke bei der Infarkt-Versorgung. Die einzelnen Bausteine der Infarkt-Versorgung sollten dabei so gut ineinander greifen, dass die Wiedereröffnung des betroffenen Gefäßes innerhalb von weniger als 90 Minuten nach Schmerzbeginn erfolgt. Dazu wurden in Deutschland spezielle Zentren zur Versorgung von Patienten mit Brustschmerz (Chest Pain Unit) aufgebaut. Im Raum München fährt der Notarzt bei Brustschmerz nur diese speziellen Zentren an. Die positiven Ergebnisse dieser Strategie lassen sich im aktuellen Herzbericht ablesen: Deutlich mehr Menschen überleben heute einen Infarkt im Vergleich zum Jahr 2000 (s.a. Herzinfarkt: Ballon und Stenttherapie

Nach der akuten Katheter-Intervention ist der Schutz vor einem erneuten Herzinfarkt wichtig. Daher werden Plättchenhemmer (Thrombozytenaggregationshemmer) gegeben. Heute werden für vier Wochen (bei reinen Metall-Stents (BMS)) und 6-12 Monate bei Medikamenten beschichteten Stents (DES) jeweils zwei Thrombozytenaggregationshemmer (meist Aspirin und Clopidogrel) gegeben. Bei einem akuten Herzinfarkt wird statt Clopidogrel heute das hochwirksame Prasugrel gegeben. Wichtig: setzen Sie diese Medikamente nicht ohne Rücksprache mit ihrem Arzt ab. Sollten Operationen oder sonstige Eingriffe geplant sein oder kleinere Blutungen auftreten, halten sie in jedem Fall Rücksprache mit ihrem behandelnden Kardiologen.
Neben dem Schutz des Stents vor einer Thrombose und einem somit erneuten Herzinfarkt kommt der sogenannten sekundär-Prophylaxe eine besondere Bedeutung zu. Wichtig ist ein niedriger Cholesterinwert (besonders LDL-Cholesterin). Zahlreiche groß angelegte Studien haben den Nutzen der Behandlung mit einem Cholesterinhemmer (Gruppe der Statine) belegt. Wichtig zu wissen: neben der reinen Senkung des Cholesterin-Wertes haben diese Medikamente auch eine anti-entzündliche Komponente. Da bei der Arteriosklerose Entzündungszellen in die Gefäßwand einwandern, ist diese Wirkung besonders wichtig.

Ist keine Chest Pain Unit in der Nähe oder kann der Patient nicht verlegt werden, besteht grundsätzlich noch die Möglichkeit einer sogenannten Lyse-Therapie. Medikamente, die Blutgerinnsel auflösen können, werden über eine Vene appliziert. Diese Medikamente können dann das Blutgerinnsel auflösen und den Blutfluss wieder herstellen. Die Akut-PCI ist der Lyse-Therapie aber überlegen und hat auch deutlich geringere Nebenwirkungen. Daher kommt in Deutschland der Lyse-Therapie nur noch eine eingeschränkte Bedeutung zu. 

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