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Herzinfarkt: Ballon und Stentbehandlung

PCI (Percutaneous Coronary Intervention): Eröffnung eines akuten Gefäßverschlusses beim Infarkt mit Ballon und Stent 

Beim akuten Herzinfarkt verschliesst ein Blutgerinnsel in einer Engstelle das Herzkranzgefäß. Mit einem kleinen Ballon wird das Gefäß aufgedehnt, anschliessend wird meist eine Gefäßstütze (stent) implantiert.

Video: Verschlossene Kranzgefäße mit Ballon und Stent öffnen - Infor am Osypka Herzzentrum MünchenWie bei der Herzkatheter-Untersuchung wird über eine Leisten oder Unterarmarterie ein Katheter in das betroffene Herzkranzgefäß vorgeführt. Mit Kontrastmittel kann der Gefäßverschluss dargestellt werden. Mit einem dünnen Draht kann der Verschluss meist passiert werden. Über diesen Draht kann dann ein Ballon bis zum Verschluss vorgeführt und anschliessend mit Druck aufgedehnt werden. Damit das Kranzgefäß dauerhaft offen gehalten wird, erfolgt heute die Implantation eines stentsGefäßstütze. Diesen Vorgang bezeichnet man heute auch als PCIPercutaneous Coronary Intervention bezeichnet. 

Der Verschluss des großen Kranzgefäß wird mechanisch beseitigt. Damit es aber durch kleinste Blutgerinnsel in den Endästen der Kranzgefäße nicht in der Folge zu einer Vernarbung kommt, wird die PCI durch Medikamente unterstützt:

Thrombozytenaggregationshemmer verhindern das Anlagern von Blutplättchen (Thrombozyten) an Stent und im Kranzgefäß. Zustätzlich kommen andere gerinnungshemmende Substanzen zum Einsatz (z.B. Heparin). Zur Akut-Behandlung können auch sogenannte GIIb/IIIa-Inhibitoren intravenös verabreicht werden. Ziel dieser Massnahmen ist zum einen, dass sich auf der Fremdoberfläche (Stent) und im Bereich der Gefäßschadens (s. Plaqueruptur beim Infarkt) wieder Blutgerinnsel bilden. Die Medikamente sollen aber auch helfe, kleinste Blutgerinnsel aufzulösen, damit der Blutfluss auch in de kleinsten Gefäßen (Kapillaren) wieder frei möglich ist. 

In der Folge muss - je nach Art des implantierten Stents - für 4 Wochen oder bis zu einem Jahr nach der Stent-Implantation eine Kombination aus Aspirin (Ass100) und einem weiteren Plättchenhemmer (z.B. Clopidogrel) eingenommen werden. Mittels Herzultraschall und ggf. Herz-MRT kann der Erfolg der PCI im Verlauf gut beurteilt werden. 

Was muss ich nach der Entlassung beachten?

Nach der Entlassung sollten Sie die Punktionsstelle, so wie von ihrem Arzt empfohlen, kontrollieren. Schwellungen, z.B. nach einer Einblutung, Nachblutungen oder starke Rötungen und Überwärmung sollten von einem Arzt kontrolliert werden. Bitte nehmen Sie mit unserer Ambulanz Kontakt auf. Treten starke Schwellungen auf, ist eine sofortige Vorstellung im Herz-und Gefäßzentrum wichtig. Bitte nehmen Sie die Medikamente so ein, wie verordnet. Sollten Unverträglichkeit-Reaktionen auftreten sollten Sie sofort Rücksprache Ihrem Haus-oder Facharzt oder unserer Ambulanz halten. Bitte setzen Sie die Medikation nicht ohne ärztliche Kontrolle ab. Wichtig sind auch die vereinbarten Kontroll-Termine. So können gegebenenfalls auftretender Verengungen im Bereich des Stent oder anderen Gefäßen frühzeitig erkannt werden.

Darf ich mich nach der Stent-Implantation belasten? Was ist mit Sport?

Unmittelbar nach der Stent-Implantation sollten körperliche Belastungen vermieden werden, damit die Punktionsstelle verheilen kann. Deshalb wird Ihr Arzt Sie nach dem Katheter-Eingriff, besonders wenn die Punktion in der Leistengegend durchgeführt wurde, bitten, für 1 Woche stärkere Belastungen (Schweres Tragen oder Heben etc.) zu vermeiden. Wenn alle Engstellen beseitigt wurden kann nach einer Stent-Implantation sportliche Belastung durchgeführt werden. In der Regel wird nach einem Katheter Eingriff nach einem bestimmten Intervall eine Belastungs-Untersuchung durchgeführt. Ihr behandelnder Kardiologe kann dann entscheiden, welchen Sport sie in welcher Intensität durchführen sollten. Nach einem Herzinfarkt schließt sich meist eine Anschlussheilbehandlung/REHA an. Dort wird festgelegt, welche Belastungen gefahrlos ausgeübt werden können.

Welche Medikamente sind für mich wichtig?

Nach einer Stent-Behandlung ist für vier Wochen bis zu einem Jahr die sogenannte duale Thrombozytenaggregationshemmung (Aspirin + Clopidogrel) indiziert. Auch, wenn es zu kleineren Blutergüssen kommt oder kleinere Verletzungen (z.B. nach dem Rasieren) länger bluten, setzen Sie bitte die Medikation nicht ohne Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt/Kardiologen ab. Häufig besteht Unsicherheit, bei kleineren Eingriffen oder auch größeren geplanten Operationen eines der Medikamente oder sogar beide Thrombozyten-Aggregationshemmer abgesetzt werden können. Bitte nehmen Sie in jedem Fall Kontakt mit ihrem behandelnden Kardiologen auf. Gerade bei der Durchführung von Operationen wird durch die Aktivierung des körpereigenen Gerinnungssystems die Gefahr einer Stent-Thrombose deutlich erhöht. Ein Absetzen der Medikation kann hier lebensgefährlich sein. Operationen, die nicht zwingend notwendig sind, sollten auf die Zeit nach der dualen-Plättchen Hemmung verlegt werden. Ob gegebenenfalls das dann nur noch eingenommene Aspirin (Aspirin-Monotherapie) auch abgesetzt werden kann, bedarf der Rücksprache mit dem behandelnden Kardiologen.

Welche Kontrollen sind im Verlauf sinnvoll?

Treten keine Beschwerden auf, sollten die vom Untersucher nach der Katheter-Intervention (Stentimplantation) vorgeschlagenen Kontroll-Untersuchungen durchgeführt werden. In der Regel sind dies EKG und Belastungs-Untersuchungen (z.B. Stress-Echokardiographie). In einigen Fällen kann aber auch eine CT-Angiographie oder eine erneute Herzkatheter-Untersuchung sinnvoll sein. Eine reoutinemässige Herzkatheter-Untersuchung nach Stent-Implantation wird heute nicht mehr empfohlen. Welche Untersuchung durchgeführt werden sollte oder in Ihrem Fall notwendig ist, hängt von vielen Faktoren (z.B. Art und Umfang der Engstellen, Ergebnis nach Stent-Implantation etc.) ab. 

Was ist, wenn erneut Brustschmerzen auftreten?

Brustschmerzen sind bei bekannter Koronarer Herzerkrankung immer ein ernstzunehmendes Symptom. Nicht immer können bei einer Herzkatheter-Behandlung alle Engstellen, die Beschwerden bereiten können, beseitigt werden. Daher kann es sein, dass auch nach einer Stent-Behandlung Beschwerden bestehen, die aber meist mit Medikamenten behandelt werden können. Daher sind Kontroll-Untersuchungen nach der Stent-Behandlung wichtig. Nur so kann der behandelnde Kardiologe feststellen, ob noch Durchblutungsstörungen vorliegen und im Verlauf ggf. neu auftretende Beschwerden richtig interpretieren. Treten neue, Ihnen nicht bekannte Beschwerden auf, sollten Sie sofort Rücksprache mit Ihrem Kardiologen halten. Brustschmerzen, die länger als 5 Minuten anhalten sind ein Notfall (s. Herzinfarkt). 

Leben nach dem Infarkt: Wie kann ich einen erneuten Infarkt vermeiden?

Die wichtigsten Fachgesellschaften empfehlen nach einem Infarkt neben der notwendigen medikamentösen Therapie vor allem Maßnahmen aus dem Bereich der Lebensstil-Änderung. Hierzu gehören moderate sportliche Belastung, eine gesunde (mediterrane) Ernährung und der Verzicht auf Genussgifte (Nikotin). Moderne Behandlungsverfahren und hochwirksame Medikamente haben heute die Chance, einen Herzinfarkt mit guter Prognose zu überleben und wieder in ein gesundes, aktives Leben einzutreten deutlich erhöht. Der Infarkt ist aber kein einmaliges Ereignis, sondern Ausdruck einer fortgeschrittenen Arteriosklerose. Die Arteriosklerose betrifft den ganzen Körper, den Stoffwechsel und kann Schaden an vielen Organen anrichten. Man kann heute sehr viel selbst für seine Gesundheit und seine Zukunft tun. Nutzen Sie die Möglichkeiten, die Ihnen Krankenkassen, Vereine und nicht zuletzt Ihre Ärzte bereitstellen. 

Darf ich nach mit einem Stent in ein MRT?

Aufgrund der sehr geringen Metall-Mengen ist in der Regel ein Koronar-Stent keine Kontraindikation für die Durchführung einer MRT-Untersuchung. Sehr konservative Meinungen empfehlen, nach einer Stent-Therapie 4 Wochen für die Einheilung zu warten. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein korrekt implantierter Stent aufgrund des Magnet-Feldes im MRT verlagert ist äußerst gering. 

Gibt es mit einem Stent Probleme bei der Flugabfertigung/Sicherheitskontrolle?

Mit einem Koronar-Stent dürfen Sie durch die Scan-Systeme der Sicherheits-Kontrolle an Flughäfen. Da nur sehr geringe Metall-Mengen in einem Stent enthalten sind, kommt es zu keinem falschen Alarm beim Durchqueren der Scanner. Anders als bei Herzschrittmachern müssen Sie das Personal auch nicht auf den Stent aufmerksam machen.

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