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Herzkatheteruntersuchung : KHK erkennen u behandeln

Herzkatheter Diagnostik: Darstellung der Kranzgefäße (Koronarangiographie)

Bestehen Hinweise für eine Durchblutungsstörung am Herzen, können die Kranzgefäße mittels Herzkatheter sehr genau dargestellt werden. Vorteil: In gleicher Sitzung kann z.B. eine Engstelle behandelt werden.  

Die Herzkatheter-Diagnostik ist ein zentraler Baustein der kardiologischen Untersuchungsverfahren. Über ein Blutgefäß in der Leistensgegend oder am Handgelenk kann über einen dünnen Draht ein speziell vorgeformter KatheterUnter einem Herz-Katheter verseht mein einen dünnen, speziell vorgeformten elastischen Plastikschlauch bis an den Eingang der Herzkranzgefäße vorgeführt werden. Mit Röntgen-Kontrastmittel können die Kranzgefäße dann mittels Röntgendurchleuchtung sichtbar gemacht werden. Moderne Röntgen-Technik verarbeiten die Bilddaten heute auch digital. Spezielle Algorithmen zur Bildverbesserung helfen Kontrastmittel und Röntgenstrahlung einzusparen.

Durch technische Weiterentwicklungen hat sich die Herzkatheter-Diagnostik in den letzten Jahren zu einem sehr sicheren, schonenden Verfahren entwickelt. Dennoch: sie sollte nur zum Einsatz kommen, wenn nicht-invasive Verfahren nicht weiterführend sind oder es bereits sichere Hinweise für eine behandlungsbedürftige Erkrankung gibt. Liegt z.B. eine Durchblutungsstörung bei einer Engstelle in einem Kranzgefäß (Stenose) vor, kann in einer Sitzung die Engstelle dargestellt und beseitigt werden.

Vor einer Herzoperation (Bypässe, Herzklappen) ist meist auch eine Koronarangiographie notwendig. Es können bei der Herzkatheter-Diagnostik aber nicht nur die Kranzgefäße dargestellt werden. Messungen der Herzauswurfleistung, des Blutdrucks in den verschiedenen Herzkammern, Darstellung und Vermessung von Löchern in den Herzscheidewänden (Shunts) oder auch die exakte Vermessung von Herzklappen kann in der Herzkatheter-Diagnostik sicher durchgeführt werden.

Welche Vorbereitungen für eine Herzkatheter-Untersuchung sind wichtig? Was muss ich beachten?

Der erste Schritt ist immer eine sorgfältige Vorbereitung durch unser Katheter-Team. Erst wenn alle diagnostischen Alternativen geprüft wurden, sollte eine Herzkatheter-Untersuchung durchgeführt werden. Gemeinsam mit ihrem Haus-oder Facharzt beraten wir Sie gern ausführlich im Vorfeld. Vor jeder Koronarangiographie werden eine Reihe von Untersuchungen durchgeführt. Hierzu gehören neben Laboruntersuchungen, ein EKG, Ultraschalluntersuchungen (TTE) zund ggf. auch eine CT oder MRT-Untersuchung. Diese Untersuchungen werden in der Regel schon von ihrem Haus-oder Facharzt veranlasst oder im Rahmen einer vorstationären Untersuchung durchgeführt.
Wenn Sie eine Einweisung zu einer Herzkatheteruntersuchung erhalten haben bringen Sie bitte -wenn möglich- folgende Unterlagen mit:
- aktuelles EKG
- aktuelle Laborwerte (Kreatinin, TSH, Blutbild)
- gegebenenfalls sonstige aktuelle Befunde/Arzt Briefe
- falls vorhanden CD/DVD von älteren Herzkatheter-Untersuchungen
- Liste ihrer aktuellen Medikation
in der Regel wird ihr Hausarzt Ihnen diese Unterlagen mitgeben oder uns vor der Untersuchung zukommen lassen. Falls einmal etwas fehlt, kümmern wir uns selbstverständlich darum.
Am Vortag der Untersuchung kontaktieren wir Sie und teilen Ihnen mit, ab wann Sie ggf. nüchtern sein sollten und welche Medikation Sie einnehmen sollten. Bitte seien Sie pünktlich zum vereinbarten Aufnahmezeitpunkt in der Klinik, damit wir für Sie und alle anderen Patienten den Untersuchungsplan einhalten können. Sollten Sie sich verspäten, kontaktieren Sie uns bitte: 089 72400 1700

Wie wird eine Herzkatheteruntersuchung durchgeführt?

Die eigentliche Herzkatheter-Untersuchung findet in einem top-modernen, hochspezialisierten Katheterlabor statt. Wir setzen neuste, strahlensparende Technologie ein zur Vorbereitung und Durchführung ein. Vor der eigentlichen Untersuchung erfolgt noch einmal ein Check durch den Aufnahmearzt, dann die Vorbereitung durch unser Katheter-Team. Hier werden noch einmal die wichtigsten medizinischen Fakten geprüft. Zur Vorbereitung gehört die Enfernung der Behaarung im Bereich der Leisten bzw. der Handgelenke. Sie werden mit praktischer Untersuchungs-Bekleidung versorgt und können dann die Zeit bis zur Untersuchung in der für Sie reservierten Wartezone verbringen. Vor der Untersuchung wird dann noch ein venöser Zugang gelegt, über den während der Untersuchung ggf. Medikamente verabreicht werden können. 
In unserem Katheterlabor betreut Sie unser Katheter-Team. Die Bereiche rund um die Punktionsstellen, an denen der Katheter gelegt wird (Leiste/Handgelenk) werden sorgfältig desinfiziert. Dann wird der Körper von der Brust bis zu den Beinen mit einem sterilen Tuch abgedeckt. Im Katheterlabor werden Sie mittels EKG, Blutdruck- und Sauerstoffmessung ständig überwacht. 
Für den eigentlichen Eingriff erfolgt zunächst eine örtliche Betäubung (Injektion eines Lokalanästhetikums) im Bereich der Funktionsstelle. Von da an spüren sie von der Untersuchung in der Regel gar nichts mehr. Über eine dünne Nadel wird ein feiner sehr weicher Draht (siehe links) in die Schlagader eingeführt. Über diesen zur Schonung der Gefäßwand speziell geformten Draht wird dann der eigentliche Katheter, ein dünner, vorgeformter Plastikschlauch, bis zum Herzen vorgeschoben. Der Draht wird entfernt und nach sorgfältiger Entlüftung des Katheters und des Injektionssystems kann die Untersuchung beginnen: über eine druckkontrollierte Pumpe wird Röntgen-Kontrastmittel in die Kranzgefäße eingebracht. Dies geschieht unter Durchleuchtung. Die Untersuchung wird digital aufgezeichnet, sodass der Untersucher sich die Kontrastmittelfüllung der Kranzgefäße genau ansehen kann. 
Sollte eine Engstelle (Stenose) in einem Kranzgefäß gefunden werden, die mittels einer Ballon-Dehnung und Stent-Implantation behandelbar ist, kann dies direkt im Anschluss an die Koronarangiographie erfolgen.
Ihr Aufenthalt soll angenehm und sicher sein. Moderne Technologie und kompetentes Personal stellen das sicher.

Kann die Untersuchung auch über den Arm durchgeführt werden?

Die Technik rund um den Herzkatheter hat enorme Fortschritte gemacht. Dies gilt auch für das eigentliche Katheter-Material. Daher ist es seit einigen Jahren möglich, Katheter-Untersuchungen auch über die Handgelenks-Arterie durchzuführen. Hierzu werden spezielle, gefäßschonende Schleusen und Katheter verwendet. Vor der Untersuchung wird getestet, ob die Durchblutung der Unterarm-Arterien ausreichend ist (Allen-Test). Ein wichtiger Vorteil der Handgelenks-Punktion:
sie können schon bald nach der Untersuchung wieder aufstehen.
Für einige Zeit verbleibt nach der Untersuchung noch eine durchsichtige eine Druck-Manschette. Ob die Blutgefäße für eine Untersuchung über das Handgelenk (A. radialis) prüfen wir schon in der Voruntersuchung.

Welche Risiken bestehen bei der Herzkatheter Untersuchung?

Durch wegweisende Verbesserung der Kathetertechnik, des Untersuchungsmaterials (Schleusen, Katheter) und der Möglichkeiten der vorbereitenden Diagnostik ist die Herzkatheter-Untersuchung heute ein Routineeingriff. Klinisch relevante Komplikationen liegen bei der Herzkatheteruntersuchung unter 1%. Am häufigsten kommt es zu Gefäßverletzungen und Nachblutungen. Daher werden Katheteruntersuchungen in aller Regel auch nicht ambulant durchgeführt. Wichtig ist immer eine gute vorbereitende Diagnostik, damit das Herzkatheter-Team und Sie als Patient optimal vorbereitet sind. 
Auch nach dem Katheter-Eingriff werden Sie von unserem hervorragend ausgebildeten Personal optimal betreut:
je nach Schwere der Erkrankung und Art des Eingriffs können wir Sie in einer unserer Überwachungseinheiten oder sogar schon auf Ihrem persönlichen Zimmer versorgen. 
Gern klären wir alle Ihre Fragen im Vorfeld der Untersuchung. Auch bei der Untersuchung sind Sie stets versorgt. Im Katheter-Labor sorgen Untersucher und das Katheter-Team für Ihre Sicherheit. 

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