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Medikamenten-Beschichtete Stent (DES)

Stent Typen: Was ist ein Medikamenten-beschichteter Stent (DES)? Was ein "BMS"?

Warum gibt es überhaupt unterschiedliche Stents? Was sind die Vorteile, was die Nachteile der unterschiedlichen Typen?

Was ist ein medikamentös beschichteter Stent? Information und Beratung über DES am Osypka Herzzentrum MünchenStents bestehen aus Metall-Geflechten basieren auf verschiedenen Legierungen (z.B. Kobalt-Chrom). Das Design der Stent-Streben und des Materials machen die Eigenschaften (z.B. besonders gute Passage in gekrümmten Gefäßen) aus. Zunächst wurden nur reine Metall Stents (Bare Metal Stent, BMS) eingesetzt. Bei den BMS konnte man besonders in kleinen Gefäße eine sogenannte Instent-Restenose (ISR) feststellen. Diese kommt dadurch zustande, dass die neue Gefäßinnenhaut (Endothel und Neo-Intima) durch den Reiz der Gefäßverletzung bei der Gefäßdehnung und die Stent-Implantation zu stark wächst. In der Folge kommt es erneut zu einer Engstelle in dem behandelten Stent-Segment. Abb. links, linke Bildhälfte: Man erkennt deutlich den Stent in der Gefäßwand und die nach innen in das Gefäß gerichtete "Gefäßwucherung" (Neo-Intima Hyperplasie). 

Bestimmte Medikamente können diese Gewebeproliferation verhindern oder verlangsamen. Im Wesentlichen haben sich hier zwei Substanzen durchgesetzt: Das Immunsurrpessiva (z.B. Sirolimus) und das Paclitaxel (Zellgift der Eibe). Diese Substanzen werden auf die Stent-Oberfläche aufgebracht (Abb.1) und können die Neo-Intima Hyperplasie verhindern. Diese Substanzen können auch auf einen Ballon aufgebracht werden und mit dem Ballon zur Behandlung einer Instent-Restenose zum Einsatz kommen (Abb. 2). 

Warum werden nicht nur noch Medikamenten-beschichtete Stents eingesetzt?

Re-Stenose vermeiden: Helfen Beschichtete Stents? Info vom Osypka Herzzentrum München

Drug eluting stents (DES) verhindern auch die Bildung der Gefäßinnenhaut (Endothel), die den Stent nach der Implantation bedeckt. Diese Bildet sich innerhalt einiger Wochen vom Rand des Stents. Dies ist ein natürlicher Reparatur-Mechanismus des Körpers. Solange der Stent noch nicht mit Endothel bedeckt ist, besteht die Gefahr, dass sich am "Fremdmaterial" Blutplättchen (Thrombozyten) anheften und es so zu einem akuten Gefäßverschluss (Stent-Thrombose) kommt. Um dies zu verhindern werden meist zwei Medikamente (Aspirin und Clopidogrel) eingenommen. Bei einem BMS erfolgt dies in der Regel für vier Wochen. Bei DES müssen die beiden Medikamente für 6-12 Monate eingenommen werden. Bei Patienten, bei denen ein erhöhtes Blutungsrisiko besteht oder z.B. eine Operation geplant ist, sollten nach Empfehlungen der Fachgesellschaften Medikamenten-beschichtete Stents möglichst nicht eingesetzt werden. Bei Risikopatienten (z.B. Diabetikern) oder komplexen Engstellen oder sehr kleinen Gefäßen werden bevorzugt DES eingesetzt. Man kann also nicht pauschal sagen, dass die eine oder andere Stent-Sorte besser oder schlechter ist. Hier gilt es, viele Aspekte genau gegeneinander abzuwägen.

Was passiert, wenn es doch zu einer erneuten Engstelle im Stent kommt?

Bei manchen Patienten kommt es auch nach Einsatz von Medikamenten-beschichteten Stents zu Engstellen im Gefäß oder am Rand des Gefäßes. Hier kann dann zunächst versucht werden, mit einem Medikamenten-beschichteten Ballon die Engstelle wieder aufzudehnen. Gelingt dies nicht oder kommt es erneut zu einer Verengung, kann auch noch ein weiterer Stent (DES), gegebenenfalls unter Einsatz eines anderen Medikamentes, implantiert werden. Kommt es jedoch zu häufigen Re-Stenosen oder zusätzlich zur Neubildung vieler neuer Engstellen (Akzelerierte Arteriosklerose) kann auch eine Bypass-Operation sinnvoll sein. 

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