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Vorhofflimmern: Medikamentöse Therapie (München, Prof. Lewalter)

Medikamentöse Therapie bei Vorhofflimmern

Ziel: Erhaltung des Sinusrhythmus und Verhinderung des Wiederauftretens. Auch die Schlaganfall-Prophylaxe gehört zur medikamentösen Therapie. 

Medikamentöse Behandlung Vorhofflimmern: Meist der erste Therapie-SchrittMeist ist Vorhofflimmern eine chronische Erkrankungen. Treten initial die Episoden nur gelegentlich auf, kann häufig in der chronischen Phase das Flimmern nur durch einen Elektroschock (Kardioversion) beendet worden. Welche Therapie sinnvoll ist, hängt u.a. davon ab, wie lange das Vorhofflimmern bereits besteht und welche Schädigungen am Herz bereits vorliegen (z.B. Größe des Vorhofes). Wenn Vorhofflimmern zu Symptomen führt, ist ein wichtiges Ziel die Erhaltung des Sinusrhythmus. Besteht das Vorhofflimmern noch nicht lange, kann bereits die Eindosierung eines ß-Blockers (z.B. Bisoprolol) zu einem stabilen Sinusrhythmus führen. Im Verlauf der Erkrankung kann dies dann aber nicht mehr ausreichen. 

Antiarrhythmika, ggf. in Kombination mit ß-Blockern können dann im zweiten Schritt sinnvoll sein. Flecainid oder Propefanon sind typische Medikamente bei einer Therapie-Eskalation. Aufgrund des Nebenwirkungsprofils werden Substanzen wie Amiodaron meist erst bei Versagen der beschriebenen Medikamente verordnet. Antiarrhythmika stabilisieren die Erregungsbildung im Vorhof und erlauben dem Sinusknoten, wieder den Takt vorzugeben. Bei vielen Patienten lässt sich der Sinusrhythmus auch bei nur intermittierender Gabe der Antiarrhythmika beibehalten. Das sogenannte pill-in-the-pocket Prinzip hilft, Nebenwirkungen der Medikamente zu minimieren. Diese Therapie basiert jedoch auf einer guten Aufklärung und engen Interaktion zwischen Arzt und Patient. 

Häufig hält die Wirkung der Antiarrhythmika jedoch nicht dauerhaft an. Wenn trotz Antiarrhythmika Vorhofflimmern sehr häufig auftritt oder persistiert, kann eine Ablationsbehandlung oder ein Wechsel in der Therapie-Strategie sinnvoll sein: Frequenz-Kontrolle statt Rhythmuskontrolle. Bei diesem Therapie-Ansatz wird versucht, die Phasen von schnellem Herzschlag durch frequenzbegrenzende Medikamente zu reduzieren oder zu verhindern. Wichtig: die Medikation darf auch nicht zur Bradykardie führen. Die Versorgung mit einem Herzschrittmacher und ggf. die Ablation des AV-Knotens können notwendig werden. 

Die Prophylaxe von Schlaganfällen mit Gerinnungshemmern ist eine wichtige Säule der Therapie des Vorhofflimmern. Häufigkeit und Dauer des Flimmerns und die Einstufung in eine Risiko-Gruppe sind hier für die Wahl der Therapie entscheidend. Neben dem bislang verfügbaren Marcumar (Phenprocumon) stehen heute weitere Medikamente zur Verfügung (NOAK). Welche Gruppe der Antikoagulantien die richtige ist, hängt von vielen Parametern ab, die gemeinsam mit Ihrem Haus- oder Facharzt unter Berücksichtigung Ihrer sonstigen Medikation und von ggf. weiteren Erkrankungen ermittelt werden müssen. 

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