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Vorhofohrverschluss München: Schlaganfallrisiko bei Vorhofflimmern senken

 

Zur Verhinderung von Schlaganfällen zurVorhofohr Verschluss zur Schlaganfall-Prophylaxe 

Bei Vorhofflimmern besteht ein hohes Schlaganfall-Risiko. Können gerinnungshemmende Medikamente ("Blutverdünner") nicht gegeben werden, kann durch Verschluss des Vorhofohrs das Schlaganfall-Risiko deutlich vermindert werden. 

 Zur Vorbeugung von Schlaganfällen wird in der Regel eine Therapie mit gerinnungshemmenden Medikamenten (Antikoagulantien) in Tablettenform verabreicht. Für Patienten, die aufgrund von hohen Blutungsrisiken oder bereits stattgehabten gefährlichen Blutungen diese Gerinnungshemmer nicht nehmen können, stellt der Verschluss des Vorhofohres eine gute Therapie-Alternative dar. Über eine Vene in der Leiste kann eine Schleuse bis zur Vorhof-Scheidewand vorgeschoben werden. Nach einer transseptalen-Punktion kann die Schleuse bis zum Eingang des Vorhofohres vorgeführt werden. Am Osypka-Herzzentrum führen wir diesen Eingriff maßgeblich unter Führung der 3D-Echokardiographie durch. Jeder einzelne Untersuchungsschritt wird hierbei von der 3D-Bildgebung unterstützt. Das zusammengefaltete Verschluss-System wird in das Vorhofohr vorgeführt und entfaltet sich dann (s. Video links oben).  


Mittels 3D-Echokardiographie und ggf. Röntgen-Durchleuchtung kann die korrekte Lage und der sichere Verschluss des Systems beurteilt werden. Bis zur vollständigen Ablösung des Systems vom Katheter kann das System jederzeit wieder eingefaltet und zurückgezogen werden. Der größte Teil der Blutgerinnsel bei Vorhofflimmern bildet sich im Vorhofohr (Vorhofflimmern/Schlaganfallrisiko). Einfach gesagt, wird beim Vorhofohr-Verschluss ein"Stöpsel“ in das Vorhofohr implantiert, so das sich dort keine Blutgerinnsel bilden können.  In der Zeit nach der Implantation des Verschluss-Systems muss zur Verhinderung von Thromben auf dem System-ähnlich wie beim Stent-eine Behandlung mit zwei Thrombozyten-Aggregationshämmern (Aspirin/Clopidogrel) gegeben werden. Der „Stöpsel“ wird aber schon in kurzer Zeit mit der natürlichen Gefäßinnenhaut überzogen, so dass diese Behandlung nur 3-6 Monate notwendig ist.

 

Welche Untersuchungen sind für den Vorhofohr-Verschluss notwendig?

Wenn sie von ihrem Haus-oder Facharzt zu einem Vorhofohr-Verschluss zugewiesen werden, prüfen wir zunächst, ob eine Occluder-Implantation bei Ihnen technisch möglich ist. Bitte bringen Sie, falls vorhanden, zum Vorgespräch in unsere Rhythmus-Ambulanz aktuelle Unterlagen (Arztbriefe, Labor-Ergebnisse, Untersuchungsbefunde etc.) mit. Im Osypka Herzzentrum wird dann eine transösophageale Echokardiographie (3D-TEE) durchgeführt, um Blutgerinnsel im Vorhofohr auszuschließen und zu prüfen, die Implantation eines Verschlusssystems technisch möglich ist und welches System ggf. in Betracht kommt. Bitte bringen Sie zu diesem Termin -soweit möglich- Labor-Unterlagen und ggf. ihren Gerinnungshemmer-Ausweis (z.B. Marcumar-Ausweis) mit. Sollte eine Occluder-Implantation für sie das richtige Behandlungsverfahren sein, führen wir bei diesem Termin schon alle Aufklärung-Gespräche durch, damit ihr stationärer Aufenthalt so kurz wie möglich gestaltet werden kann. Sollten weitere Untersuchungen notwendig sein, organisieren wir dies für Sie im Vorfeld.

Was ist ein Vorhofohr-Occluder?

Ein Vorhofohr-Occluder ist eine Art „Stöpsel“, der den Eingang des Vorhofohres verschließen soll. Diese Verschluss-Systeme bestehen aus einem dünnen Draht-Geflecht aus einem sehr biegsamen Metall (Nitinol). Dieses Metall hat einen Memory-Effekt: es kann sehr klein zusammen gefaltet werden und findet selbstständig zur ursprünglichen Form zurück. So kann es in einen Transport-Katheter (Schleuse) geschoben werden und über einen kleinen Zugang in der Leiste bis zum Herz vorgeführt werden. Im Herzen kann sich das System auf ein Vielfaches der Größe im Katheter entfalten. Technisch unterscheiden sich die Systeme, die derzeit in Deutschland implantiert werden. Beim Amplatzer-Occluder besteht das System aus zwei Komponenten: dem Körper (Body) und der Verschluss-Scheibe (Disk). Im Video links oben auf dieser Seite können Sie die sukzessive Entfaltung von Body und Disk genau nachvollziehen.

Wie wird der Verschluss durchgeführt?

Die Implantation des Vorhofohr-Verschlusssystems wird meist in Allgemein-Anästhesie, ggf. auch in Kurznarkose durchgeführt. Nach Punktion der Leisten-Vene (meist rechts) wird ein Schleusensystem in den rechten Vorhof vorgeführt. Es erfolgt die Passage des interatrialen Septums. Die linke Abbildung zeigt die unterschiedlichen Phasen der Entfaltung des Occluders.
Links-oben: Teilöffnung des "Bodies". Unter Ultraschall-Sicht wird das System in die korrekte Position gebracht.
Rechts-oben: der Körper/Body wird entfaltet, Ultraschallkontrolle des korrekten Sitzes. 
Links-unten: Entfaltung der Scheibe/Disk. Ultraschall-Kontrolle der kompletten Abdichtung
Rechts-unten: Implantiertes System nach kompletter Ablösung vom Katheter.
Die Animation zeigt den kompletten Eingriff (Video-Animation St. Jude Medical).

Was geschieht nach der Implantation?

Nach Abschluss der Implantation erfolgt noch im Katheter-Labor eine genaue Kontrolle von Lage und Dichtigkeit. Eine weitere Ultraschallkontrolle (TEE) erfolgt noch vor der Entlassung. Bis der Occluder komplett eingeheilt und mit einer Gefäßinnenhaut überzogen ist (Endothel), muss meist die Antikoagulation fortgesetzt werden. In jedem Fall ist aber die duale Thrombozytenaggregationshemmung (ASS + Clopidogrel) erforderlich. Meist für 3 Monate. Eine engmaschige Kontrolle und Absprache ist bei hohem Blutungsrisiko erforderlich. 
In unserer Rhythmusambulanz betreuen wir Sie in enger Absprache mit Ihrem Haus- oder Facharzt.

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